Pressemeldung

15.06.14  |  Radsport-Outdoor  

Günther Lahme 5.er bei WM - hier sein Erfahrungsbericht

Lang ersehnt ist es nun endlich soweit Abfahrt zur 12h MtB WM in Weilheim.
Lange drauf hin gefiebert und die Vorbereitung war nicht immer optimal, aber nun ist es endlich soweit.
Wir beladen die Autos mit Kindern, Gepäck und Hunden und dann geht es los.
Nach unendlichen 7 Std. Fahrt endlich angekommen, haben wir schnell einen Standplatz im Fahrerlager gesucht und unser Lager/Versorgungstation aufgebaut.
Startunterlagen abholen ein letzter Blick auf die Starterliste und jetzt erst mal abschalten.
Zum geplanten Streckeablaufen ist es leider zu spät also in Ruhe den Grill anwerfen und schön in Ruhe und relaxt mit der Familie zusammen sitzen und lecker essen.
Wecker ist gestellt und hoffen das wir einigermaßen gut schlafen können.
Bevor der Wecker die Chance hat mich zu wecken, werde ich wach und gehe erst mal in Ruhe und alleine in den Waschraum. Zurück im „Lager“ Fahrrad vorbereiten und Kette wachsen, Radsachen anziehen.
Mittlerweile ist auch der Rest der Familie wach - aber sie gönnen mir die Zeit bis zum Start für mich und lassen mich sozusagen in Ruhe. Eine riesige Schale Müsli nochmal auf die Toilette und dann heißt „Tschüß meine Lieben!“ und es geht ab zur Startaufstellung.
Ich geselle mich zu den Einzelfahren in Startblock 2 und schaue mich so um und dann wird auch schon der Countdown gezählt – PENG und los geht`s.
2 Min nach dem Startschuß rollen auch wir über die Startlinie und relativ entspannt geht es aus dem Stadion raus auf die Strecke.
Die Positionskämpfe gehen los und ich nehme die Strecke noch gar nicht richtig wahr und versuche meine Position in der 8 Mann starken Führungstruppe zu halten. 13 min . später Start Zielbereich erreicht, nun gilt es den Rhythmus zu finden.
Das zähe Wiesenstück durch das Fahrerlager, die erste Abfahrt und die erste 90° Kurve. Auf zum Wald, der erste gut fahrbare Single Trail, Schotterweg hoch auf den nächsten Singletrail - ohohoh naße, glatte Wurzeln zwischen tiefem Matsch, der wirklich viel Kraft kostet.
Boah, was ist das… eine 120° Kurve auf rutschigem Untergrund, steil bergauf komplett durchschalten und hoch - Hammer sind zwar nur 150 m diese beinhalten aber 50 hm, fühltsich an wie senkrecht nach oben zu fahren oben angekommen, ging es aufs Waschbrett (diesen Teil habe ich die komplette Renndistanz gehasst, das ist nicht, der von mir bevorzugte Part) nun ein nettes Stück Waldweg gut um den Puls runter zu regulieren und ab auf den nächsten Trail - ach du meine Güte die Räder, der vor mir fahrenden versinken bis zur Nabe im Matsch, also raus da und am Rand was griffiges finden und irgendwie durch – puh, der Puls ist am Anschlag, die Räder bis zur Schaltung etc. komplett verschlammt, Rahmen ebenfalls zu. Da durchgequält geht es bergab, unten rechts geht es auf einen Teerweg, eine schöne Abfahrt, dann geht es etwas links und rechts, Wiesentrails und dann wieder im Start/Ziel Bereich.
Oh weia 17 min. ich pumpe wie ein Käfer, aber gut, sind ja nur noch 11 Std. 30 min, dann haben wir es geschafft. Durch die Teamfahrer auf der Strecke und die ersten umfahrenen Stürze
und die im Schlamm stecken gebliebenen Gegner, habe ich meine Position aus dem Auge verloren. Fahre als so weiter meine Runden unter 20 min und bin sehr zufrieden damit.
Habe meinen Rhythmus gefunden und fühle mich sehr gut.
Die Schlammkuhle entspannt sich zunehmend und so vergeht Runde um Runde.
Meine Kinder haben riesen Spass immer wenn ich vorbeikomme mich mit einer neuer Getränkeflasche zu versorgen, mich abzuklatschen, Fotos zu machen und mich anzufeuern.
So, nun sind 3 Std. rum und ich signalisiere, das ich in der nächsten Runde eine Stärkung bekomme. So ist es dann auch 19 Min. später und ich trinke eine Tasse meiner geliebten Haferflocken,
meine Kinder waschen schnell den Matsch vom Rad, das die Schaltung wieder frei ist und ich wachse schnell noch mal die Kette und schon geht es weiter. Naja wenn es nun eh schon eine
langsame Runde wird kann ich auch schnell noch wasserlassen. So geht es nun ständig weiter. 6 Std. rum erneut, kurzer Halt, Stärkung, Reinigung und Kette schmieren. Mit den Kindern
noch abklatschen und ach: wo stehe ich - fahr du, ich schaue sagte meine Frau und ich fahre los. Da wir vorher abgemacht hatten, das ich mich nicht mit der Platzierung
belasten wollte. So kam immer nur die Info über die Runden, aber nie wo ich Platztechnisch lag - das ärgerte mich, aber war auch besser so.
Taktik wird jetzt geändert: ab jetzt keinen halt mehr zum Stärken, mir wurden nun mundgerechte Riegelstückchen gereicht, welche auch auf dem wirklich zähen Wiesenanstieg kaubar waren.
Meine Flocken bekam ich nun in meine Trinkflasche um sie auf der Teerabfahrt zu mir zu nehmen. 9 std. sind rum bei wirklich richtig sau gutem Radel Wetter und ich fühlte mich trotz der bisher absolvierten 3700 hm immer noch richtig gut. Meine Rundenzeiten waren immer noch konstant zwischen 18 und 21 min. die Strecke trocknete immer mehr ab und bis auf den Waschbrettabschnitt machte sie nun richtig Spass! Sogar die Steilrampe war ok. Was ist denn nun los 2 Std. vor Rennende steht meine Frau am Beginn des Teeranstieges und ich bekam die Info: „Schatz, du bist Position 5 AK jetzt nur noch Platz halten! :)
Uiuiui, 5ter ist doch super, schoss es mir nun durch den Kopf, welcher Gesamtplatz das sein könnte, wieviel Luft habe ich nach hinten usw.
So nur noch 1 Std. …. es war jetzt doch zäh….und ich freue mich, wenn es dann gleich vorbei ist - der Geruch der Bratwurst war sehr stark und das war es was ich gleich wollte :)
Ich schloss auf einen 2-Team Fahrer auf, der sich bis zum Waschbrett anhängte, mich danach überholte und mich dann ebenso schnell übers Waschbrett mitzog - ohne es absprechen zu müssen war uns klar „Das ziehen wir nun bis zum Schluss zusammen durch  - geil, Rundenzeit unter 18 min., boah, es macht nun noch mal richtig Spaß - auf in die letzte Runde, ich ziehe uns zum ersten Trail, Stefan ( so heißt er) zieht uns durch den ersten Trail. Ich ziehe uns dann wieder am Limit die Steilrampe rauf, Stefan übers Waschbrett und durch die Schlammkuhle, nun war ich
wieder dran. Er über die Wiese und dann gemeinsam ins Stadion bis zum Ziel - Hammer meine und auch seine schnellste Runde hat total Spaß gemacht.
Aber nun ist es nach 11:55:37 geschafft, die knapp 7 KM Runde mit je 145 HM, habe ich 36 Mal gefahren und landete mit einer Runde Vorsprung auf Platz 5 in der Masterklasse und Platz 12 in der Gesamtwertung.
Jepp, damit war ich zufrieden. Meine Kinder gingen das Rad abwaschen, ich aß ein Steakbrötchen, Siegerehrung und dann war dieses Rennen auf das wir uns so lange gefreut und vorbereitet hatten, schon wieder Vergangenheit.
ABER: nach dem Rennen ist bekanntlicherweise vor dem Rennen und so freuen wir uns auf die 12h EM.
Ich bin dankbar das meine Frau/meine Familie so hinter meinem Hobby steht und mir das überhaupt ermöglicht.


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