Tauchen - 2003 Australien

Australien 2003 - oder wie wir zum Tauchen kamen

Alles begann im Jahr 2002 zu einer Zeit, als wir bei Ausflügen an den Edersee unverständlich die komischen Menschen beobachteten, die ihre Wochenendtage auf einem Parkplatz verbrachten und sich bei hochsommerlichen Temperaturen viel zu warme und zu enge Kleidung anzogen, voll bepackt Richtung Wasser gingen, „wo man ja eh nichts sieht“.

An einem lauen Sommerabend wurde der Entschluss gefasst, dass wir zu viert nach Australien reisen. Eine aus der Gruppe wurde mit der Organisation beauftragt und kurze Zeit später wurde uns folgender Programmpunkt vorgeschlagen: „Und dann machen wir in Airlie Beach eine 3-tägige Bootsfahrt. Da gibt es das Great Barrier Reef – da kann man auch tauchen“. Erste Bedenken wurden vom Tisch gefegt, es wurde gebucht und wir machten einen Kurs (bei der Organisation mit dem „P“ am Anfang).

2003 Airlie Beach (AUS): Wir stehen am Hafen und die Crew der KIANA begrüßt uns – noch ordentlich in einheitliche Polohemden gekleidet. Neben uns Deutschen sind noch 6 weitere Gäste aus aller Welt an Bord. Kleine Einweisung und los geht es, in Richtung Whitsunday Islands. Kurz nach der Hafenausfahrt fliegen die Polohemden in die Ecke und es wird richtig locker. Unser Captain Steve und der Divemaster Brent werfen die Angelruten aus – das Abendessen muss noch besorgt werden.

Am ersten Tag geht es mit Motorkraft durch die Whitsundy Islands mit einem kleinen Ausflug an den Whiteheaven Beach, anschließend zur Übernachtung in eine kleine Bucht von Hook Island. Das erste Mal, dass wir eine richtige Dunkelheit erlebt haben. Der Sternenhimmel einschließlich der Milky Way íst absolut beeindruckend so ohne störende künstliche Lichtquellen.

Nächster Morgen, ca. 6.00 Uhr: Der Smutje Nathan wirft den Generator an, die Nacht ist vorbei. Schnell das Frühstück einwerfen und um ca. 7.30 Uhr der erste richtige Tauchgang unseres Lebens, aber unser Divemaster hat unser vollstes Vertrauen. Noch müde ist das Wasser kalt, die Tiefe bei ca. 16 m und die Sicht mit ca. 5 m mehr als bescheiden. Und das soll „das“ Taucherlebnis in Australien sein?

Nach dem Tauchgang wird sofort der Anker gelichtet und es geht raus auf den offenen Ozean zum Great Barrier Reef. Begleitet von Delphinen und Seeschlangen dauert die Fahrt gute 2-3 Stunden. Während der Fahrt gilt unser ganzes Mitleid Ryan, der seiner Freundin beim „Fischefüttern“ die Haare halten muss. Einige an Bord spekulieren bereits auf die zusätzliche Portion beim Mittagessen. Diese Hoffnung war jedoch trügerisch: Der leere Magen muss ja wieder gefüllt werden und sie haut für 2 rein!

Ankunft am Riff und gleich geht es ins Wasser. Ein Drifttauchgang entlang des Riffes. Jetzt ist klar warum uns alle immer sagten, dass Tauchen so toll ist. Es ist perfekt: ruhige See, unendliche Sicht, Korallen, Fische und warmes Wasser. Alle sind begeistert und erzählen, was sie gesehen haben: Napoleonfische und Anemonenfische!

Den Rest des Tages verbringen wir mit Tauchen und Schnorcheln in der größten Badwanne der Welt. Gesichtet wird dabei: Der 1. Hai, ein Weißspitzenhai, und der ist soooooo groß gewesen - mindestens!

Der letzte Tag beginnt wieder mit einem Early-Morning-Dive (wieder um 6.00 Uhr aufstehen). Tauchen durch den sogenannten Fish-Cave, d. h. unter einem Bogen hindurch, ohne Sicht, da um einen herum nur Fische sind. Gesehen haben wir Schildkröten, Spanisch-Makro und eine Sea-Snake.

Leider müssen wir danach wieder die Rückreise nach Airlie Beach antreten, diesmal mit Windkraft. Natürlich hat Ryan wieder seinen Einsatz und die Fische unterwegs eine Sondermahlzeit. Kurzer Zwischenstopp zum Essen in einer Inselbucht und zurück zum Hafen. Vor der Hafeneinfahrt, aber erst im allerletzten Moment, werden auch wieder die Polohemden angezogen – Ordnung muss sein, auch in Australien.

Ein Fazit: Es war ein tolles Erlebnis, besonders, aber nicht nur wegen des Tauchens. Man kann es wirklich nur empfehlen, wenn man mal Downunder ist!

Jetzt sitzen wir zuweilen auch bei hochsommerlichen Temperaturen am Edersee und haben Mitleid mit denen, die vorbeifahren und den Kopf schütteln. Denn sie wissen nicht, was ihnen entgeht!

Matthias Daum