Tauchen - 2007 Malediven

Malediven - Thulhagiri 2007

In der Zeit vom 7. bis 21. März hatten wir das Vergnügen 2 schöne Wochen auf der Insel Thulhagiri im Nord-Male-Atoll verbringen zu können.

Es war unser 2. Besuch auf den Malediven nach „Angaga“ in 2003. Wir hatten uns lange u. a. mit den Reiseberichten auf „www.malediven.net“ beschäftigt – teilweise auch noch nach der Buchung. Daher lagen unsere Erwartungen zwischen „das wird ganz schlimm“ und „es wird der tollste Urlaub unseres Lebens“.

Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte und es kommt auf die Perspektive und die Erwartungen an. Einen Vergleich mit Angaga werden wir an dieser Stelle nicht ziehen, da beide Inseln aufgrund ihrer Lage zu Male aus unserer Sicht nicht zu vergleichen sind. Thulhagiri ist sicherlich ein wenig lebhafter, da es eben näher an Male liegt. Aber nun der Reihe nach:

Es war, wie man es von LTU gewohnt ist und erwartet: Man bemüht sich redlich, aber irgendwie kann man die Enge mit nichts wett machen. Selbst wir als „erfahrene Langstreckenflügler“ und nur mit einer begrenzten Körperlänge ausgestattet, fanden keine Position, in der wenigstens für kurze Zeit an Schlaf zu denken war. Da war der Wunsch nach einem Zwischenstopp und einer „Pause“ schon groß, obwohl es eigentlich nichts Schlimmeres und Zeitraubenderes gibt, als Zwischenstopps.

Auf dem Rückflug kam dann auch die Erkenntnis, dass die Malediven nun touristisch voll erschlossen sind: Der Applaus bei der Landung in Frankfurt ließ bei vielen die Anspannung heraus und amüsierte sogar den Steward, der die Abschlussdurchsage machte - ist eben ein Pauschal- und kein Linienflug. Ab morgen muss ich (leider) wieder mit dem Bus zur Arbeit fahren. Mal sehen, wie mein Busfahrer reagiert, wenn ich an jeder Haltestelle applaudiere!

Der Transfair und die Ankunft auf der Insel:
Nach einer kurzen Wartezeit im Flughafen-Cafe mit der 5$-Cola ging es mit dem Speedboot nach Thulhagiri – ohne Probleme, Komplikationen – es war halt wie es ist, man steigt in ein Boot und kommt kurz darauf an. Der Empfang war maledivisch mit Check-In-Formalitäten, Erfrischungstuch und Welcome-Cocktail, unspektakulär aber nett.

Die Sache mit den Bungalows und der Mauer:
Nach dem Studium der Berichte auf „malediven.net“ und insbesondere über das Thema „Mauer“ haben wir Gott und die halbe Welt rebellisch gemacht. Bloß nicht an die Mauer!!!!

Also mal ganz ehrlich: Es gibt wirklich Schöneres als die Mauer, aber es wird nun wirklich kein Horrorurlaub, wenn man einen Bungalow an dieser zugeteilt bekommt! Die Mauer und die Wellenbrecher aus Natursteinen sind nun mal notwendig, damit das Paradies bestehen bleibt.
Wir „mussten“ zunächst mit einem Wasser-Bungi vorlieb nehmen. Das war eine sehr interessante Erfahrung und schon nett, wenn man von der Treppe direkt ins Wasser kann. Außerdem ist man mit der eigenen Terrasse schon für sich alleine. Das war es aber auch schon. Wer braucht allen Ernstes auf den Malediven eine Badewanne?
Nach einer Nacht zogen wir um in Bungi 133. Das war uns lieber, da man dort mehr am „Inselleben“ teilnimmt und schön mit den Füßen im Sand scharren kann.
Die begrenzte Sicht auf das Meer, die immer wieder bemängelt wird, hat auch den Vorteil, dass man sich in den Schatten zurückziehen kann und das „Buschwerk“ ist keine lückenlose Wand. Wir haben jedenfalls genug Meer gesehen. Wem es nicht reicht, dem sei der Inselrundgang empfohlen.

Der Zustand der Insel:
Dass die Insel heruntergekommen sei, konnten wir nicht nachvollziehen! Unser Bungi wurde sogar renoviert. Dies in Form einer neuen Dacheindeckung und einem Außenanstrich. Die Beobachtungen der „maledivischen Bauarbeiten“ fanden wir jedoch eher unterhaltend, als störend. Ansonsten wurde jeden Morgen der Sand „gefegt“: Kehrwoche jeden Tag und ein anderer macht es - was will man mehr?

Die Sauberkeit:
Neben dem Wetter das wichtigste Thema für die Deutschen: Der erste Satz nach der Frage, wie es im Urlaub war wird in Deutschland meist mit dem Thema Sauberkeit beantwortet.

Also bei uns war alles tacko! Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir uns bemüht haben, nicht wie die Schweine zu hausen. Die Anzahl der Kakerlaken (wir nannten sie lieber Maledivenkäfer oder Bungi-Beetle) ist unserer Auffassung kein Maßstab für die Sauberkeit. Man lebt eben auf einer Insel mit Natur! Uns ist auch kein dreckiger Maledivenkäfer begegnet. Es war uns lieber, die wenigen (4 Stück in 2 Wochen) Bungi-Beetle mit dem bereitgestellten Mittel einzeln zu bekämpfen, als prophylaktisch allgegenwärtig mit der Chemiekeule herumzusprühen. Und das Spray ist eine echte Wunderwaffe! Einmal kurz „pffft“ und schon liegt der Käfer auf dem Rücken.

Das Essen:
Hierzu ist eigentlich in den anderen Berichten schon alles gesagt! Wer hier nichts zu Essen findet, ist selbst schuld! An dieser Stelle noch einmal ein Dank für den Bericht, in dem der Autor mit 2 kg mehr Körpergewicht die Rückreise antrat. Es war uns eine echte Warnung. Es grenzte zwar fast schon an Selbstkasteiung, den Düften und Genüssen zu widerstehen (insbesondere an der Kuchen- und Torten-Theke), aber wir haben es mit einem hohen Maß an Disziplin geschafft. Mehr als 3x zum Buffet pro Mahlzeit war eben nicht drin und zum Nachtisch immer mehr Obst als Kuchen! Das stolze Ergebnis: Kein Mehrgewicht auf der Waagenanzeige zu Hause - hurra!

Die Platzwahl beim Essen war für einige Gäste von äußerst großer Bedeutung. Da musste es schon der Platz im Bereich des Meeres und des Pools sein, damit der Urlaub nicht ins Wasser fällt - wer's braucht. Wir hatten einen Tisch im Mittelfeld am Gang. Dies hatte den Nebeneffekt, dass wir über eine gute Übersicht, wer, wie oft mit was vom Buffet zurück kam, verfügten. Das erhöhte den „Lästerfaktor“ ungemein. Auf einer Insel, wo nicht allzu viel passiert, ist das schon ein echtes Highlight! Außerdem hatten wir den nötigen Einblick auf das Buffet, um die Gänge zum Nachschlagen in Bezug auf Wartezeiten besser optimieren zu können. Ein nicht zu vernachlässigendes Vorteil im Time-Management, denn die Zeit auf der Insel ist ja knapp bemessen und muss immer effizient genutzt werden!

Der Strand:
Im Bereich der Strandbar gibt es einen „großen“ Strand. Da dort mehr als die üblichen 2 Bungibewohner auf einmal anzutreffen waren, haben wir diesen „Rimini-Strand“ getauft. Von den sehr vereinzelten Liegen waren immer welche zu bekommen, so dass von einer Überfüllung wohl kaum die Rede sein kann. Dort gab es dann auch die allabendliche Sunset-Show. Sehr schön und immer wieder anders.

Das Riff:
Im Bereich des Dive-Center-Jetty war nach unserer Ansicht das Riff am Schönsten und von der Unterwasserwelt war fast alles zu sehen: Moränen, Schildkröte, Clownsfische, Haie, Flötenfische, Stingrays, Papagaienfische, Drückerfische in allen Farben und Formen, Feuerfische, Putzerkrabben usw. „El Nino“ hat seine Spuren hinterlassen, aber die Anzeichen für eine Erholung sind schon deutlich sichtbar und die Farben kehren zurück. Die „Einstieghilfen“ zum Außenriff in Form von Seilen sind eine echte Erleichterung.

Der Dive-Center und die Bootscrew:
Sehr nette, kompetente und freundliche Menschen, da gibt es nichts, aber auch gar nichts zu mäkeln. „Tauchen deluxe“ halt und die Tauchplätze waren auch sehr schön! Als Highlights seien hier nur 2 Tauchgänge erwähnt: Der Manta-Point (immer wieder freitags) und der Nachttauchgang. Aber auch am Hausriff gab es etwas zu sehen!

Das Rahmenprogramm:
Im wöchentlichen Rhythmus wird in der Bar ein wechselndes Rahmenprogramm angeboten: Akrobatik, ein Film über die Unterwasserwelt, „Disco“, das Crab-Race und anderes. Alle Veranstaltungen waren unaufdringlich und - bevor einige wieder Panik schieben - es war auch nicht laut.

Die anderen Gäste:
In der 1. Woche waren die Gäste international, was wir als angenehm empfanden. Es waren Briten, Franzosen, Italiener, Holländer, Schweizer, Österreicher und Japaner zu Gast.

In der 2. Woche wurde dann der Altersschnitt deutlich angehoben und es deutschelte stark. Schade fanden wir, dass sich bei einigen die einfachsten internationalen Vokabeln noch nicht durchgesetzt haben und „Wasser, Apfelsaft, Bier und 2 Spiegeleier“ in perfektem bayerischem oder österreichischem Dialekt bestellt wurden. Außerdem begann in der 2. Woche auch das Vordrängeln am Buffet, als ob es nicht genug gäbe. Grundsätzlich war es aber sehr entspannt und wir haben sehr viele nette Menschen kennen gelernt (auch in der 2. Woche).

Der Pool:
Hierzu gibt es eigentlich nur eines zu sagen: Schön, aber überflüssig wie ein Kropf!

Das Thema „Lärm“:
Ja, manchmal hört man ein Flugzeug und manchmal hört man auch ein Boot. Auch der Generator ist immer zu hören. Bei aller Erbsenzählerei sollte man aber auch immer bedenken, wie man selbst auf die Insel gekommen ist und warum das Licht abends brennt und die Klimaanlage das Bungi kühl hält. Geräuschemäßig haben wir uns mehr auf das Meeresrauschen konzentriert.

Immer wieder beliebt – die Wetterdiskussion:
Und nun zum Schluss - das Wetter: Im März ist mit leichter bis mittlere Bewölkung zu rechnen die zu erwartenden Temperaturen liegen zwischen 30 und 35 °C. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei dem angegebenen statistischen 1 Tag pro Monat und den hatten wir auch. Die Wassertemperaturen lagen zum Schnorcheln auf Badewannenniveau und beim Tauchen zeigte der Tauchcomputer Werte zwischen 28 und 30°C an - perfekt!

Fazit:
Es war ein sehr schöner Urlaub! An alle Krümelsucher und Erbsenzähler: Das Paradies hat seinen Preis! Sei es die „Mauer“, die „Bauarbeiten“ die „Maledivenkäfer“, der „Fluglärm“ oder sonst etwas anderes. Wer es nicht so verbissen nimmt und sich einfach auf einen schönen Urlaub freut, hat bestimmt mehr davon und wird am Ende nicht enttäuscht oder verärgert zurück kehren. Es kommt eben immer darauf an, was man selbst daraus macht! Uns hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen.

Matthias Daum

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