Wandern - Aktuelle Meldung

30.05.17  |  Wandern  |  geschrieben von Christa Schäffer

Tagesfahrt nach Bad Frankenhausen

Da lässt Hitze sich aushalten

Da lässt Hitze sich aushalten

Fachmännischer Blick aufs Fachwerk

Fachmännischer Blick aufs Fachwerk

Das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen

Das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen

Es ist wieder einmal Mai und damit Zeit für die jährliche Tagesfahrt. Am 26. 5.2017 trafen sich die Wanderfreunde morgens halb acht an den diversen Bushaltestellen, um mal wieder auf die Walz zu gehen – allerdings mit Motorhilfe. Das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen stand auf dem Reiseplan. „Wo ist denn das?“ kam öfters die Frage. Ja, die Gebiete hinter dem ehemaligen eisernen Vorhang sind noch immer nicht so sehr bekannt.

Als alle eingesammelt waren ging es zügig auf die Autobahn Richtung Hannover und dann auf der A38 bis Abfahrt Kelbra, von dort noch ein wenig Landstraße, die L 85. Am Zielort angekommen, durchfuhren wir den Ort und in vielen Windungen ging es hoch hinauf auf den Schlachtberg, von wo ein riesiger Rundbau zu uns herunter grüßte. Entgegen der Zusage, konnte der Bus nicht bis zum Eingang fahren, musste uns an der Umzäunung ausladen. Nach einer etwas ratlosen Umrundung des Gebäudes – denn für den Haupteingang waren wir zu hoch – wurde uns der Eingang fürs Filmstudio geöffnet. Drinnen bekamen wir eine Art Hörgerät, damit wir die Erklärungen für das riesige Bild verstehen konnten. Oben im Kuppelraum angekommen herrschte Dämmerlicht, nur das riesige Gemälde war hell erleuchtet. Wir waren alle dankbar für die gebuchte Führung, denn in der Vielfalt von Menschen und Szenen ist man allein ratlos. Eine nette ältere Dame führte uns sicher, launig und kompetent durch das Geschehen, erklärte die Symbolik, die in manchen Dingen steckte. Anschließend bevölkerten wir das Filmstudio, wo wir in einem sehr interessanten Film das Entstehen des Gemäldes miterleben konnten. 1976 bekam Prof. Werner Tübke den Auftrag der DDR-Regierung ein Bild über den Epochenumbruch des Bauernkrieges in einem riesigen Gemälde dazustellen. Um es zu realisieren, hat er sich eingehend mit den geschichtlichen Ereignissen befasst, dann wurden Einzelzeichnungen erstellt, dann alles vergrößert auf 1:10 und von da auf die Leinwand übertragen. Diese ist 123m lang und 14m hoch, wiegt ohne Farbe schon 1,1t und wurde in Russland gefertigt. 12 Jahre hat er dran gearbeitet, teils allein, teils mit 5 Gehilfen. Mit seinen 1722qm ist es das größte Tafelbild der Welt. Interessant war noch, dass das Museum genau dort steht, wo die Schlacht gegen die Bauern stattgefunden hat.

Nach so vielen Eindrücken tat die Mittagspause im Café P im unteren Teil des Gebäudes gut. Das Essen war gut und preiswert, wurde allseits gelobt. Eine kleine Irritierung gab es beim Essen. Eine Wanderfreundin bekam ihren Teller und war verwirrt: „Ich hab doch Rostbratwurst bestellt“, doch sie hatte „Rostbrätl“ geordert und das ist nun mal keine Bratwurst.

Gut ausgeruht und gestärkt fuhren wir weiter nach Stollberg, in die Thomas Münzer-Stadt. Das Städtchen hat sich in den letzten Jahren mächtig rausgeputzt, die verfallenen Fachwerkhäuser liebevoll restauriert. Doch bis zum Schloss hoch hinauf wollte niemand mehr laufen. Es war inzwischen ziemlich heiß geworden. So waren die diversen schattigen Biergärten schnell bevölkert. Einige liefen ein wenig durch den Ort, doch ansonsten genoss man den sonnigen warmen Tag mit Kuchen oder Eisbechern. Viele Motorräder fuhren durch den Ort, die meisten sehr ruhig, doch es gab auch ein paar Chaoten, die gerade vor den Gaststätten mächtig Lärm machen mussten.

Um 18,00 Uhr waren alle pünktlich zur Abfahrt bereit und wir traten die Rückreise unserer kleinen Weltreise an: durch Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen nach Hessen. Wenn das kein gelungener Tag war!


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