Wandern - Aktuelle Meldung

26.06.17  |  Wandern  |  geschrieben von Christa Schaeffer

Juniwanderung

Am Aussichtspunkt Kalbener See

Am Aussichtspunkt Kalbener See

Zwischen zwei Regengüssen

Zwischen zwei Regengüssen

Der Meissner liebt uns nicht! Nun sollte am 7. Juni 2017 unsere verregnete Meissner Wanderung, die zur Kneipenwanderung mutierte, nachgeholt werden, doch die Regengötter hatten wohl einiges dagegen. Den ganzen Vormittag über immer wieder kräftige Schauer, wolkenverhangener Himmel. Das Ergebnis: nur 42 Wanderer im Bus bei der Abfahrt.

Fahrer war mal wieder „unser Karl-Heinz“ und er chauffierte uns herrliche Nebenstrecken durch das wunderschöne Hessenland, über Körle, Empfershausen, Eiterhagen, Quentel mit der Mohrenkopffabrik, Fürstenhagen – brenzligen Situationen, wenn auf den engen Straßen ausgerechnet zwei Riesenlaster entgegenkommen – einem Stück auf der kürzesten Autobahn – kamen wir durch Velmeden und zu unserer ersten Etappe, dem Loipen-Parkplatz auf dem Meissner. Hier stiegen sowohl die Kurz-, als auch die Langstreckler aus, um auf verschieden langen Strecken eine Runde zu laufen. Am Ende würde der Bus sie wieder abholen.

Die Wanderer waren kaum vom Parkplatz verschwunden, als der Himmel seine Schleusen öffnete – nur ein paar Sekunden früher und sie hätten im Bus die Schauer abwarten können – wenn… Wir waren halt auf dem Meissner und Frau Holle schickte die Sommerform des Schnees.

Die Langstreckler wanderten auf grasbewachsenen Waldwegen und holten sich so zu der Nässe von oben auch noch nasse Füße. Auf dem 6er-Weg ging es bis zur Kasseler Hütte, dann zur Kalbe, zu dem Ort, wo bis 1978 noch Tagebau betrieben wurde, und von da, wegen des Wetters, ohne weitere Schlenker zurück. Die Kurzstreckler liefen auf der Frau-Holle-Loipe. Viele Lupinen am Wege heiterten ein wenig auf, der Mohn ließ sich noch Zeit, ihm fehlte die Sonne. Auch sie liefen bis zum Kalbener See, dann zum Kalbe-Aussichtspunkt und zurück zum Parkplatz.

Die Durchfahrer hatten diesmal das große Los gezogen. Um die Wartezeit zu überbrücken, besuchten sie das Heimatmuseum Karl Schmidt in Velmeden – die Betonung auf dem 2. „e“, darauf legt man Wert. Um die wertvollen Sammlerstücke des verstorbenen Malermeisters Karl Schmidt nach seinem Tode zu erhalten, gründete sich der Heimatverein und kaufte das Haus, hat es liebevoll restauriert. Von außen bestach schon die wunderbare Kratzputz-Fassade – im oberen Teil noch original von 1745, im unteren Teil erneuert. Im Eingangsbereich begrüßte uns Frau Holle mit Gold- und Pechmarie, faszinierende Wandverkleidungen, eine Sammlung alter Dachziegel mit Jahreszahl – die älteste von 1693 -ein hübsches kleines Badezimmerchen mit Toilette, denn die untere Etage ist so erhalten wie sie von K. Schmidt und seiner Frau bewohnt worden ist. In den beiden oberen Stockwerken ist alles zu finden vom alten Schulzimmer samt Lehrer, Gerätschaften des Schneider-, Schuster, Schreiner- Gewerbes, landwirtschaftliche Geräte, fossile Fundstücke und Ammoniten, die in der Gegend gefunden wurden. Ein altes Schlafzimmer mit Bett und schlafendem Ehemann und Wiege samt Baby. Jede Menge alte Leinenwäsche und so könnte man noch endlos aufzählen. Alte Bolzenbügeleisen, die ersten Elektrokochplatten, vieles, was an die Kinderzeit erinnerte, und sogar das alte Getriebe der Kirchenuhr war hier erhalten. Zum Schluss waren noch 5 Besucher dazugekommen, als es in der gemütlichen Wohnstube „Isenkuchen“ mit Schmand und Mus und Kaffee gab. Die kleinen Histörchen in Platt und kleinen Macken der früheren Männer mit dem Kamm über der Stubentür haben den Besuch zu einem Erlebnis gemacht.

Um 17,00 Uhr trafen sich dann alle im Hotel Hubertus, Wilfried Weimann begrüßte nun 47 Wanderer, gratulierte den Geburtstagskindern und ließ das Ständchen anstimmen. Dann kamen die Essen, und bei der Heimfahrt war man sich einig: es war wieder schön.

Die nächsten Termine: Vorwandern am 21.6., nächste Wanderung am 5.7.nach Rommerode in den „Grünen Baum“ und Sommerfest am 21. 7. Im Wiesental ab 14,30.

 

 


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