Reine Nervensache

"Wir wollen, daß Ihnen das Krafttraining auf die Nerven geht!"

Keine Angst - auch wenn das Krafttraining in der KSV Sportwelt manchmal etwas mühsam und anstrengend erscheint, - auf die Nerven gehen sollte es Ihnen eigentlich nicht. Zumindest nicht im sprichwötlichen Sinne.

Die Rede ist von speziellen Trainingsmethoden, die vor allem eine hohe Beanspruchung der Nervenstrukturen zum Ziel haben. Beabsichtigt sind dabei bestimmte Anpassungserscheinungen, die eine höhere Nervenleitgeschwindigkeit, eine situationsangepaßte nervliche Aktivierung und den Einsatz einer größtmöglichen Menge an nervalen Strukturen zur Folge haben.

Für Sportler werden diese Effekte durch die Tatsache spannend, daß jeder Muskel nur dann "arbeitet", wenn er durch den Impuls eines Nervs aktiviert wird. Viele Menschen bekommen diese Zusammenhänge auf unangenehme Weise zu spüren, wenn z. B. ein Bandscheibenvorfall bestimmte Areale der Nerven im Bereich der Wirbelsäule abdrückt und so die Aktivierung des Muskels verhindert, zu dem der Nerv führt. Taubheitsgefühle oder Funktionseinschränkungen ganzer Gliedmaßen sind die häufige Folge.

Das Zauberwort der effektiven Trainingsmethodik heißt "Propriozeption". Als Propriozeptoren bezeichnet man die Sensoren der Motorik, also Sinnesfühler, die uns Informationen über die Gelenkstellung, Sehnendehnung, Muskellänge und andere Paramenter der Lage und Bewegung unseres Körpers liefern. Das Zentrale Nervensystem kann dann die Informationen der Propriozeptoren verarbeiten und durch Befehle an die Muskulatur eine optimale Reaktion einleiten.

Das Training der Propriozeption erfolgt in erster Linie durch die Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit, wodurch sich oft spannende und motivierende Bewegungsaufgaben für die Sportler ergeben. Durch bestimmte Balanciersituationen mit unterschiedlich hohen Anforderungen auf stabilen und instabilen Unterstützungsflächen erfolgt eine koordinative Reaktion der Muskulatur, die zur Erhaltung des Gleichgewichts nötig ist. Zum einen erreicht man dadurch eine gute Haltungsstabilität und zum anderen einen ökonomischen Krafteinsatz bei Alltags- und Sportbelastungen.

Zum Einsatz kommt das propriozeptive Training vor allem in der Haltungs- und Rückenschule, bei Gelenkerkrankungen, zur Sturzprophylaxe bei Osteoporose aber auch vermehrt im Breiten- und Leistungssport. Dabei erfährt diese Trainingsmethodik eine wachsende Bedeutung und Beliebtheit, denn die Effektivität ist, gemessen am Kraftzuwachs, gegenüber einem reinem Krafttraining deutlich erhöht.

Viele Mitglieder des Fitnessbereichs der KSV Sportwelt, die anfänglich etwas zurückhaltend auf die teils seltsam anmutenden Übungen reagierten, möchten den Spaß daran heute nicht mehr missen, stellen sie doch eine interessante und höchst wirksame Komponente ihres individuellen Trainingsplanes dar.

Informationen und Beratung zum Krafttraining für Fitness-, Präventions- und Rehasportler bekommt man in der KSV Sportwelt in der Altenritterstr. 37 (direkt neben Aqua-Park und Max-Riegel-Halle), Tel. (0561) 570599-0, fitness@spamschutz.ksv-baunatal.de