Pressearchiv 2014

06.10.14  |  Marathon  |  geschrieben von Bettina Jacob

Bettina Jakob beim Berlin-Marathon am 28.09.2014

Bettina noch immer gut gelaunt bei km40

Bettina noch immer gut gelaunt bei km40

Mein Marathon auf der schnellsten Strecke der Welt
Ich hatte das Glück, als Teilnehmerin dabei sein zu dürfen, als am 28.September in Berlin ein neuer Marathon-Weltrekord mit 2:02:57 h aufgestellt wurde.
Bei absoluten Traumbedingungen – tollem Sonnenschein, besten Temperaturen,
asthmafreundlicher, nebelfreier, klarer Luft – fand dieses Jahr der 41. BMW Berlin
Marathon statt. Einen der begehrten Startplätze zu ergattern ist absolute Glückssache.
Gestartet wurde in drei Wellen auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Die Zeitmessung erfolgt individuell, weil elektronisch (mittels Chip beim Überlaufen der Zeitmess-Matten). Die 42,195km lange Strecke verläuft durch etliche Berliner Stadtteile, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten (Reichstagsgebäude, Fernsehturm, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche uvm.), für die ich persönlich jedoch kaum ein Auge hatte. Mein Fokus richtete sich auf meine Mitläufer und v.a. auf die tolle Stimmung am Rande der Strecke. Begeisterte Zuschauer aller Altersgruppen, die mitfieberten und anfeuerten.
Supernette Helfer waren da, wobei ich mich nur bei einem winzigen Bruchteil bedanken konnte. Unglaublich viele Musikbands aller Genres spielten und sorgten für Stimmung.
Private „Verpflegungsstationen“ gab es, liebevoll aufgebaut von „Einheimischen“.
Mein Lob geht auch an den Veranstalter für dieses gigantische Event. Kaum zu verstehen, wie man 40.000 Teilnehmer so perfekt organisieren kann.
Die Strecke war fast lückenlos gesäumt von Zuschauern – an den Hot Spots sehr dicht gedrängt und im Start- und Zielbereich regelrechte Menschenmassen. Hut ab vor so viel Begeisterung!
Vor zwei Jahren wurde ich zu diesem Mega-Event überredet bzw. motiviert, was ich mir selbst als Spätzünder wohl nicht zugetraut hätte. Über den Umweg einer Laufstudie im vergangenen Jahr ist nun diese zu Anfang eher abstrus anmutende Idee zu Ende gebracht worden.
Nicht ohne Stolz, denn dies mehr oder weniger allein bewerkstelligt zu haben – ohne die besondere Betreuung in einer Studie und ohne weitere Mitstreiter vor Ort aus „meinem“ Verein – mag für manche eher banal klingen, ist es aber nicht für mich. Fast hätte ich meine Teilnahme wegen eines Zipperleins kurz vorher noch absagen müssen, hatte mich schon auf vorzeitigen Abbruch eingestellt. Ich bin dann leider beim Lauf an ganz anderer Stelle überraschend abgebremst, aber nicht ausgebremst worden.
Von daher waren zwar die äußeren Bedingungen optimal, mein eigener Lauf jedoch eher suboptimal, trotz guter Vorbereitung. Dennoch: Ziel erreicht! Finisher! Gut fürs Ego, wenn man geschafft hat, was man nicht nur selbst für schier unmöglich gehalten hat, gerade wenn man beim Laufen nicht zu den Selbst-Quälern gehört. Die Botschaft für Hobbyläufer ist: Traut euch, einen Marathon kann man laufen! Es ist wie im richtigen Leben: Man muss sich die Zeit nehmen, die man eben dafür braucht. Die muss möglicherweise im Lauf korrigiert werden, das ist aber allemal besser als zu resignieren. Ich hätte nie gedacht, dass Laufen als ehemaliges „no –go“! für mich zu einer derartigen Lebenshilfe mutieren kann – im Gegensatz zu anderen Therapien frei von Nebenwirkungen.
In meinem „Trainingstagebuch“ ist dieser Marathon als „besonderes Ereignis“ gespeichert und gegen unbeabsichtigtes Löschen gesichert. Im Kopf bleibt er sowieso haften. Wenn Laufen Spass macht, dann „ wirkt“ das sogar auf ganz vielen Ebenen. Mir gibt Laufen Kraft, anstatt sie zu rauben. Nimmt Stress und gibt Ruhe. Für andere vielleicht eine Gratwanderung und sicherlich individuell sehr verschieden, je nachdem, wie man es händelt.
Schön, dass es nach all dem Trubel auf und an der Strecke ein ruhiges und sonniges Fleckchen an der Spree zum Ausruhen und Genießen gab.
Danke an Sina und Markus fürs Dasein bzw. Überreden. Danke Euch Jungs und Mädels vom Verein, denn mental wart ihr doch bei mir. Schön war's zu wissen, dass mein Lauf auf der Marathon App verfolgt wurde.


Bettina Jacob


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