Pressearchiv 2014

29.12.14  |  Marathon  |  geschrieben von Heiko Rammenstein

18. Silvesterlauf des MTV Vernawahlshausen am 28.12.2014

Robert etwas vermummt ;-)  und Heiko

Robert etwas vermummt ;-) und Heiko

Robert Thiele, der alte Fuchs, ist in der heimischen und überregionalen Laufszene bekannt wie ein bunter Hund, gibt es doch kaum eine Volkslauf-Veranstaltung, die er auslässt. So war es auch kein Wunder, dass er von allen Seiten begrüßt wurde, als er an der Grillhütte von Oberweser-Arenborn auftauchte. Im Schlepptau hatte er Vereinskamerad Heiko Rammenstein und Helmut Arndt vom FSK Lohfelden mitgebracht. Mit Letzterem verbindet ihn eine gepflegte Rivalität unter Lauffreunden, die immer wieder aufs Neue ausgetragen wird.

Zum 18. Silvesterlauf des MTV Vernawahlshausen trafen sich rund 250 Läufer und Walker am nördlichsten Zipfel Hessens im Bramwald. Bei frostigen Temperaturen um minus 3 Grad verzichtete wohl niemand auf das Warmlaufen. Beim Start in der Mittagszeit strahlte die Sonne vom azurblauen, wolkenlosen Himmel und erlaubte traumhafte Fernsichten in das umliegende Weserbergland.

Gestartet wurde auf dem alten Sportplatz oberhalb der Grillhütte, der schon bessere Tage erlebt hatte. Die imaginäre Startlinie befand sich zwischen zwei Pelonen auf wildwachsendem, niedergetretenem Gras mit etlichen Büscheln und vielen Unebenheiten. Nach wenigen Metern wurde das holperige Geläuf verlassen. Die Wege im Bramwald waren aufgrund des Frostes steinhart, im allgemeinen aber gut zu betreten. Nicht besonders anpsruchsvoll war das Höhenprofil, es bewegte sich zwischen 228 m über NN und 322 m über NN (94 HM). Bei KM 3 wurde eine Kreuzung erreicht, an die sich eine 7 km lange Schleife anschloss. An dessen Südseite war tief unten im sonnenbeschienenen Tal die Weser zwischen den lichten Baumbeständen zu erblicken. Welch ein herrlicher Talblick!

Bei KM 10, wieder an besagter Kreuzung angelangt, teilte sich das Feld. Robert und alle anderen Teilnehmer des Rennens über 13,5 km bogen rechts ab, während Heiko und seine Mitstreiter über 21,5 km sich nach links wandten, um die zweite Teilrunde zu bewältigen.

Lag Robert die Weihnachtsgans an den Feiertagen noch schwer im Magen, zeigte er sich heuer davon wie befreit und legte einen unerwartet flotten Lauf hin. War das überhaupt Robert? Zu erkennen war er nicht, denn wegen Kälteempfindlichkeit trug er „Vollverschleierung“. Lediglich die Augen hinter seiner Brille lugten aus der Vermummung hervor. Unterwegs schloss er sich einer Dreier-Gruppe an und dachte an nichts Böses, als bei KM 9,3 urplötzlich eine Wildschweinrotte, bestehend aus fünf Tieren, ihren Weg kreuzte. Eines der Borstenviecher war ein Keiler von beträchtlicher Größe, der sehr furchteinflößend aussah. Roberts Pulsschlag beschleunigte sich fast bis zum Kollaps, beruhigte sich aber rasch wieder, nachdem die Schwarzkittel blitzschnell im Dickicht des Waldes verschwunden waren.

In 1:15:51 Std. lag Robert weit vor seinem Kumpel Helmut, den er schon in Ippinghausen abgehängt hatte. Damit war er hochzufrieden und freute sich auch darüber, dass er bei der anschließenden Siegerehrung einen 3-Stunden-Gutschein für die Kurhessen-Therme ergattern konnte. Da er zwischen den Jahren Urlaub hatte, wollte er diesen umgehend am Folgetag einlösen.

Auch für Heiko war es ein glänzender Lauftag. Während des Laufes bewunderte er die reizvolle Landschaft, was ihn aber nicht daran hinderte, ein sehr ansehnliches Resultat zu erzielen. Konnte er bis zum Ende der ersten Teilrunde noch viele Läufer überholen, fand er sich ab Beginn der zweiten Teilrunde relativ allein auf weiter Flur. Seine Laufleistung von 1:33:48 Std. bei 21,5 km laut Ausschreibung wäre grandios gewesen, muss aber relativiert werden. Auf Nachfrage erläuterte Eduard Lange vom MTV Vernawahlshausen, dass der Startort sich früher woanders befunden und die Strecke dadurch länger gewesen sei (21,5 km). Durch die Verlagerung auf den alten Sportplatz seien etwa 800 Meter eingespart worden. In der Ausschreibung halte man aber nach wie vor an der ursprünglichen Streckenlänge fest. Nun ja, hochgerechnet auf die Halbmarathondistanz entspräche sein Ergebnis einer Zeit von unter 1:36 Stunden und damit seinem besten Saisonergebnis.

Allgemeines Gelächter erntete Heiko bei der Siegerehrung, denn er gewann einen 10-Liter-Eimer Malerweiß. „5. Platz Männer 21,5 km“, hatte jemand auf den Deckel geschrieben. „Frohes Schaffen!“, lautete die vielfach geäußerte Aufforderung zur Streicharbeit. Das zweite Präsent war ein Gutschein für das Gasthaus „Zum Thiergarten“ am Tierpark Sababurg im Wert von 20 Euro.

Die Ausbeute von Robert und Heiko war also höher als das geringe Startgeld von 4 Euro. An der Grillhütte wurden Waffeln, oder, wie man an der Oberweser zu sagen pflegt, „Eisenkuchen“, angeboten. Zudem gab es heiße Würstchen, Glühwein, Obst und noch vieles mehr. An einem Feuerchen konnten sich durchgefrorene Teilnehmer oder Zuschauer erwärmen. Es herrschte eine fast schon familiäre Atmosphäre. Am 3. Januar 2016 soll die 19. Ausgabe des Laufs stattfinden. Bei dieser netten, kleinen Veranstaltung werden die beiden Vertreter des KSV Baunatal bestimmt wieder dabei sein.


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